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THEMA · Verben

Verschiedene Arten der Passivumformung im Deutschen

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Nach dieser Lektion kannst du deutsche Vorgangspassivsätze sicher in vier wichtige Passiversatzformen umformen und passend nach Bedeutung und Stil auswählen.

In dieser Lektion lernst du, wie du Sätze mit dem Vorgangspassiv (mit „werden“) in andere, natürlichere Strukturen umformst, ohne die Bedeutung zu ändern. Solche Formen nennt man oft „Passiversatzformen“. Sie sind im Alltag sehr häufig und klingen oft stilistisch besser.

Überblick

Wir sehen uns vier wichtige Möglichkeiten an:

  1. „sich lassen“ + Infinitiv
  2. „sein“ + zu + Infinitiv
  3. Adjektive auf -bar / -abel / -lich
  4. „bekommen/kriegen“ + Partizip II

Zu allen Typen vergleichen wir immer: Vorgangspassiv → Passiversatz.


1„sich lassen“ + Infinitiv

Damit ersetzt du oft das Passiv mit „können“. Es geht um Möglichkeit oder Unmöglichkeit.

VorgangspassivPassiversatz mit „sich lassen“Bedeutung (kurz)
Das kann so nicht gemacht werden.Das lässt sich so nicht machen.Es ist nicht möglich, das so zu machen.
Diese Tür kann nicht geöffnet werden.Diese Tür lässt sich nicht öffnen.Es ist nicht möglich, die Tür zu öffnen.

Struktur: Subjekt + lassen (sich) + Infinitiv. Das Subjekt ist die Sache, mit der man etwas macht: Die Tür lässt sich nicht öffnen.


2„sein“ + zu + Infinitiv

Diese Form ersetzt häufig Passivsätze mit „müssen“, „sollen“ oder „können/nicht können“. Sie klingt etwas formell.

Vorgangspassiv„sein + zu + Infinitiv“Bedeutung (kurz)
Die Arbeiten müssen bis Montag abgeschlossen werden.Die Arbeiten sind bis Montag abzuschließen.Pflicht / Notwendigkeit bis Montag.
Der Kopierer kann nicht mehr repariert werden.Der Kopierer ist nicht mehr zu reparieren.Eine Reparatur ist nicht mehr möglich.
Die Aufgabe soll bis morgen erledigt werden.Die Aufgabe ist bis morgen zu erledigen.Es gibt die Anweisung, sie bis morgen zu machen.

Form: sein + zu + Infinitiv; das Subjekt ist wieder die Sache: Die Aufgabe ist zu erledigen.


3Adjektive auf -bar / -abel / -lich

Diese Adjektive drücken oft aus, dass etwas (nicht) möglich ist. Sie ersetzen meistens Passiv mit „können“.

VorgangspassivAdjektivformBedeutung (kurz)
Der Teppich kann abgewaschen werden.Der Teppich ist abwaschbar.Der Teppich lässt sich abwaschen.
Die Aussage kann missverstanden werden.Die Aussage ist missverständlich.Man kann die Aussage leicht falsch verstehen.
Das kann nicht akzeptiert werden.Das ist nicht akzeptabel.Das kann man nicht akzeptieren.

Typische Endungen: -bar, -abel, -lich: lesbar, akzeptabel, verständlich.


4„bekommen/kriegen“ + Partizip II

Diese Form betont die Person, die etwas bekommt. Das Verb braucht im Aktiv normalerweise Dativ + Akkusativ.

Vorgangspassiv„bekommen/kriegen“ + Partizip IIBedeutung (kurz)
Den Schülern wird das Passiv erklärt.Die Schüler bekommen das Passiv erklärt.Jemand erklärt den Schülern das Passiv.
Mir wird der Vertrag zugeschickt.Ich bekomme den Vertrag zugeschickt.Jemand schickt mir den Vertrag.

Form: Subjekt (Empfänger) + bekommen/kriegen + Akkusativobjekt + Partizip II.

„kriegen“ ist umgangssprachlich; „bekommen“ ist neutraler.


5Welche Form wähle ich?

  • Möglichkeit betonen → „sich lassen“ oder Adjektiv (-bar, -lich …)
  • Pflicht / formeller Stil → „sein + zu + Infinitiv“
  • Empfänger betonen → „bekommen/kriegen + Partizip II“

Übe, indem du eigene Passivsätze mit allen vier Möglichkeiten umformulierst.