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THEMA · Artikelwörter und Pronomen

Reflexivpronomen im Deutschen

A1A2B1

Nach dieser Lektion kannst du die deutschen Reflexivpronomen in Akkusativ und Dativ sicher bilden, sie im Satz richtig platzieren und die wichtigsten Reflexivverben von A1 bis B1 korrekt verwenden.

Reflexivpronomen gehören zu den Personalpronomen und zeigen, dass sich eine Handlung auf dasselbe Subjekt zurückrichtet: Das Subjekt „tut etwas mit/zu sich selbst“. Sie sind im Alltag sehr häufig und wichtig ab Niveau A1.

Formen der Reflexivpronomen

Die Formen sind im Akkusativ und Dativ fast gleich wie die normalen Personalpronomen, nur in der 3. Person und in der Höflichkeitsform ist die Reflexivform immer sich.

PersonalpronomenAkkusativDativ
ichmichmir
dudichdir
ersichsich
sie (Singular)sichsich
essichsich
wirunsuns
ihreucheuch
sie (Plural)sichsich
Siesichsich

Merke: In der 1. und 2. Person sind Reflexivpronomen und normale Objektpronomen gleich; man erkennt die Reflexivität am Verb.

Wann benutzt man Reflexivpronomen?

1Echte Reflexivverben

Es gibt Verben, die im Deutschen fast immer mit Reflexivpronomen stehen. Man nennt sie Reflexivverben.

Beispiele:

  • Ich wasche mich. – Die Handlung betrifft die Person selbst.
  • Du beeilst dich. – Das Verb sich beeilen ist obligatorisch reflexiv.
  • Er entschuldigt sich. – Verb sich entschuldigen.

Viele häufige Reflexivverben (A1–B1):

  • sich freuen (auf/über)
  • sich erinnern (an)
  • sich setzen
  • sich anziehen
  • sich verletzen

2Verben mit und ohne Reflexivpronomen

Einige Verben können reflexiv oder nicht reflexiv sein, mit Bedeutungsunterschied:

  • Ich wasche das Auto. – kein Reflexiv, Objekt: das Auto.

  • Ich wasche mich. – Reflexiv, Objekt = Subjekt.

  • Er stellt den Stuhl in die Ecke. – anderes Objekt.

  • Er stellt sich in die Ecke. – Reflexiv, er bewegt seinen eigenen Körper.

Akkusativ oder Dativ?

1Nur Reflexivobjekt

Wenn es nur das Reflexivobjekt gibt, steht es im Akkusativ:

  • Ich freue mich.
  • Wir treffen uns um 8 Uhr.
  • Sie erholt sich.

2Zusätzliches Akkusativobjekt

Wenn ein weiteres Akkusativobjekt im Satz steht, kommt das Reflexivpronomen in den Dativ:

  • Ich wasche mir die Hände. (nicht: ich wasche mich die Hände)
  • Er kauft sich ein neues Handy.
  • Wir kochen uns eine Suppe.

Struktur: Dativ (Reflexiv) + Akkusativ (anderes Objekt).

Stellung im Satz

1Hauptsatz mit einfachem Verb

Das Reflexivpronomen steht direkt hinter der finiten Verbform:

  • Ich schminke mich jeden Morgen.
  • Wir setzen uns an den Tisch.

2Nebensätze

Im Nebensatz steht das Reflexivpronomen direkt vor dem Verb am Satzende:

  • …, weil ich mich beeilen muss.
  • …, dass wir uns morgen treffen.

3Sätze mit Modalverb oder zweiteiligem Prädikat

  • Ich möchte mich vorstellen.
  • Wir werden uns später melden.
  • Sie hat sich gestern verletzt.

Reihenfolge: finites Verb – Reflexivpronomen – andere Satzteile – Partizip/Infinitiv.

Reziproke Verwendung

Mit wir, ihr und sie (Plural) bedeutet sich / uns / euch oft „einander“ (reziprok):

  • Wir sehen uns morgen. – „Wir sehen einander.“
  • Die Kinder umarmen sich. – Die Kinder umarmen einander.

Kontext entscheidet, ob die Bedeutung reflexiv (selbst) oder reziprok (einander) ist.

Typische Fehler vermeiden

  • Kein Reflexivpronomen vergessen bei Reflexivverben: Ich freue mich, nicht ich freue.
  • Nicht doppelt: Ich erinnere mich an dich, nicht ich erinnere dich an dich.
  • Auf die Kasus achten: Ich putze mir die Zähne, nicht ich putze mich die Zähne.

Mit häufigem Üben der typischen Verben wirst du Reflexivpronomen sicher und automatisch verwenden.